Beweise & Indizien zum Mordfall Hinterkaifeck

Der Mörder von Hinterkaifeck

Andreas Gruber, 11.09.1858 - 01.04.1922

Andreas Gruber war das Familienoberhaupt und der Bauer auf dem bayrischen Einödhof Hinterkaifeck. Da Gruber am Auffindungstag der Leichen selbst unter den Opfern war, wurde er nie als Täter in Betracht gezogen.

 

Hier stellt sich dann jedoch die Frage: Wie ist Andreas Gruber gestorben? 

Mörder Hinterkaifeck Andreas Gruber
Andreas Gruber

Die Opfer

1. Viktoria Gabriel

Starb durch neun Löcher im Schädel auf der rechten Seite des Kopfes.

 

2. Cäcilia Gruber

Bei ihr wurden acht Löcher in der rechten Seite des Schädels festgestellt.

 

3. Maria Baumgartner

Wurde durch mindestens ein Loch im Schädeldach getötet.

Wies zusätzliche Verletzungen im Gesicht auf (auf der rechten Seite des Kopfes).

 

4. Josef Gabriel

Starb durch einen einzigen kräftigen Hieb auf seine rechte Schädelhälfte.

 

5. Cilli Gabriel

Ein Loch von der Reuthaue in der rechten Gesichtshälfte. Zusätzlich wurde dem Kind mit einem Bandeisen der Mund und der Kiefer zertrümmert, um es zum Schweigen zu bringen. Die tödliche Verletzung wurde ihr mit einem Taschenmesser (Kehle aufgeschlitzt) zugefügt. Das Taschenmesser, welches zusammen mit dem Bandeisen oben auf dem Heuboden versteckt wurde, gehörte Andreas Gruber.

Die Tatwaffen

Diese Abbildungen sind originalgetreue Nachbauten gemäss Zeugenaussagen

Mordwaffen von Hinterkaifeck

(1) Originalgetreuer Nachbau gemäss Aussage des Knechts Georg. Dieser arbeitete damals auf dem Hinterkaifecker Hof und beobachtete, wie Andreas Gruber das Schraubengewinde an der Reuthaue montierte. Wichtig: Die Schraube stand beidseitig heraus. So konnte die Länge auf der Schlagseite beliebig verlängert oder verkürzt werden. (Schlagtiefe einstellen) 

(2) und (3): Duplikate, gemäss Überlieferung der Zeugen.  

 

1 Reuthaue

Andreas Gruber höchstpersönlich montierte die Klammern und die abstehende 8mm-Gewindeschraube an die Reuthaue. Die auf dem Bild nach oben abstehende Schraube wurde bewusst so angebracht, dass sie beim Schlag auf den Schädel des Schweines gezielt den Hirntot herbei führte (ähnlich wie ein Bolzenschussapparat). Dies benötige viel Übung, viel Erfahrung und eine präzise Führung der Reuthaue. 

 

2 Taschenmesser

Die Wunde, welche bei Cilli schlussendlich zum Tode führte, wurde ihr mit einem Taschenmesser zugefügt. Andreas Gruber besaß solch ein Messer, welches er auch ständig mit sich trug.

 

3 Bandeisen

Cillis Schreie wurden in der Mordnacht mit einem Bandeisen zum Verstummen gebracht. Andreas Gruber war im Besitz eines solchen Eisens.

Alle Tatwaffen befanden sich schon VOR der Mordnacht auf dem Hof. Die Mordwaffen (Abb. 1, 2 und 3) wurden vom Mörder so gut versteckt, dass sie erst beim Abbruch des Hofes zum Vorschein kamen.

Top-Journalist bestätigt Aufklärung des Mordfalls Hinterkaifeck!

Beweis und Indizien zum Mordfall Hinterkaifeck

Der Beweis: Das kuriose Mordwerkzeug überführt den Mörder

Mordwaffe Hinterkaifeck Reuthaue
Die Schraube, welche zum Töten verwendet wurde

Andreas Gruber war der unrechtmässige Besitzer der Reuthaue. Er stahl das Werkzeug Jahre zuvor vom Ortsführer und Nachbarn Lorenz Schlittenbauer. Danach baute Gruber die Reuthaue eigenhändig um. Er verklemmte mit zwei Eisenklammern die Klinge, damit diese fest sass. Zuletzt sicherte er alles zusammen mit einem durchgehenden 8mm-Gewinde und zwei Kontermuttern. 

 

Die Reuthaue (siehe originalgetreue Nachbildung rechts) war eine einfache, aber geniale Eigenkonstruktion von Andreas Gruber.

Die Klinge wurde zum Ausreuten der Stauden verwendet und das Gewinde, welches 30mm vorstand (siehe Abbildung) diente zum Töten von Schweinen. Zwangsläufig musste er sich dort die Schlagtechnik und die anatomischen Kenntnisse angeeignet haben.

Für Andreas Gruber war die Reuthaue eine Art manuelles Hand-Bolzen-Schlaggerät. Wenn das vorstehende Gewinde zum Töten des Tieres zu kurz war, löste man einfach beide Kontermuttern und veränderte so die Länge des Gewindes beliebig. Danach wurden beide Kontermuttern wieder festgezogen. 

  

Die Reuthaue durfte nicht zu schwer sein. Sie musste gut in der Hand liegen um damit präzise töten zu können. Der Schlag erfolgte immer gleich kraftvoll und dosiert, egal ob das Opfer stand oder schon am Boden lag. Also muss derjenige, der mit der abstehenden Schraube zugeschlagen hatte, zwingend mit der Wirkung  vertraut gewesen sein. Denn beim erstmaligen Zugriff der Reuthaue wusste der Mörder bereits, wie und wo er die Menschen mit der Schraube tödlich verletzen konnte.

Aber nicht nur das präzise und behutsame Zuschlagen mit dem Gewinde erforderte Übung, sondern auch das schnelle Herausziehen aus dem Schädel musste geübt sein. Denn fällt das Opfer beim ersten Schlag zu Boden und wird das Gewinde nicht rechtzeitig herausgezogen, konnte sich dieses durch das fallende Gewicht verbiegen oder riss die Reuthaue dem Ausführenden aus der Hand. 

 

Die Schlagwirkung dieser Sonderanfertigung war dem Mörder bekannt.

 

Ein Ungeübter würde sein Ziel, in diesem Fall der Kopf, gar nicht treffen, da sich das 8mm-Gewinde ca. 150mm hinter dem gewohnten Schlagpunkt befindet. Trotz der stressigen Situation schlug der Mörder aber dosiert und kontrolliert zu, wie bei Viktoria, mit 9 gebündelte Präzisionsschläge ohne Schädelzertrümmerung.

 

Andreas Gruber tötete nachweislich mit der Reuthaue seine Schweine.

 

Andreas Gruber Schweine töten Mörder Hinterkaifeck
Beispielbild Tötung von Schwein

Tötung eines Schweins 

Auf dem Foto rechts muss das Schwein zuerst mit diesem reuthauen-ähnlichen Werkzeug betäubt werden. Gelingt die Betäubung, muss danach sofort der Hirntod mit der anderen Seite des Werkzeuges, dem zugeschliffenen Spitz, herbeigeführt werden. Erwacht das Tier gleich nach der Betäubung wieder und springt davon, wäre das für den Bauern und den Schlachter eine Katastrophe. Durch den Stress, den das Tier erleidet, würde das Fleisch übersäuern und zäh.

 

Mit der Reuthaue von Andreas Gruber konnte man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Betäuben und Töten des Tieres zugleich. Beim Schlag auf den Schädel in der Mitte über den Augen des Schweins dringt das 8mm-Gewinde in das Hirn des Schweins ein und tötet es. Der flache Teil, über und unter dem Gewinde, diente dabei als Anschlag. Dies, damit das Gewinde nur so tief ins Hirn eindringt, wie es unbedingt nötig ist.

 

Die Opfer wurden auf die gleiche Art und Weise getötet, wie Schweine.

Andreas Gruber holt zum tödlichen Schlag aus
Verbildlichung: Ausholen zum Schlag

 

Das Ziel beim Zuschlagen bestand darin, den Schädel des Schweins nicht zu zertrümmern. Wird zu hart auf den Schädel eingeschlagen, kann das Hirn nicht mehr so gut verwertet werden. Denn früher wurde alles vom Tier, auch das Hirn, gegessen. Das Gewicht der Klinge musste also beim Zuschlagen mit dem Gewinde mit einberechnet werden. Dazu wurde eine Hand nahe der Klinge platziert (Siehe rechte Hand vom Schlachter im Symbolbild oben). Nur so konnte der Schlag kontrolliert und dosiert ausgeführt werden.

 

Würde ein wütende Person mit voller Wucht zuschlagen, wäre vom Schädel des Opfers nach spätestens ein bis zwei Schlägen nicht mehr viel übrig. Viktoria allein hatte neun Löcher im Kopf, ihre Mutter acht und die Magd ein Loch, und keiner dieser Schädel war zertrümmert. Nur bei Josef schlug der Mörder mit voller Kraft zu, da der Schlag durch das stabile Kinderwagendach erfolgte.

Das Indizienmosaik

Indiz Nr. 1 | Andreas Gruber war Vorbestraft

Andreas Gruber war wegen Blutschande (Inzest) an seiner Tochter Viktoria vorbestraft und sass dafür ein Jahr im Gefängnis.

 

Indiz Nr. 2 | Jähzorn

Andreas Gruber war bekannt für seinen äusserst aggressiven und brutalen Umgang mit seiner Frau, den Kindern und den Nachbarn. 

 

Indiz Nr. 3 | Brutalität

Andreas Gruber ging schnell mit gefährlichen Gegenständen wie z.B. Sense, Mistgabel oder Schrotflinte auf Menschen los.

 

Indiz Nr. 4 | Kindsmisshandlung

Nachbarn wollten Andreas Gruber wegen Kindesmisshandlung anzeigen, sahen aber davon ab, weil sie sich bewusst waren, dass sie den Kindern damit nur noch mehr Leid zufügen würden. 

Gruber schlug seine Kinder, oft bekamen sie nicht einmal etwas zu essen. Er sperrte seine Kinder im Winter tagelang in den kalten Keller ein. Sophie, eine seiner Töchter, starb sogar an den Folgen der Misshandlungen. 

 

Indiz Nr. 5 | Andreas Gruber kündigte die Art des Tötens an

Hätte sich Viktoria, ohne von ihrem Vater schwanger zu sein, mit anderen Männern abgegeben, hätte Andreas Gruber seine Tochter erschlagen.

Aussage von Viktoria Gabriel an Lorenz Schlittenbauer: "Das ist ja das Bessere, dass ich vom Vater (Andreas Gruber) schwanger bin, sonst würde er mich erschlagen." Bedeutet: Viktoria durfte sich nur mit Karl Gabriel und Lorenz Schlittenbauer treffen, weil sie schwanger war. 

 

Indiz Nr. 6 | Die Würgemale an Viktorias Hals

Die Würgemale an Viktorias Hals deuten darauf hin, dass zwischen Täter und Opfer eine emotionale Bindung bestand. 

 

Indiz Nr. 7 | Cilli Gabriel war das Opfer der Begierde, nicht das Geld

Der Mörder von Hinterkaifeck hätte Cilli mit einem Schlag töten können. Da der Mörder Cilli sexuell missbrauchen wollte, tötete er sie nicht sofort. Cilli hatte Todesangst. Ihre Mutter Viktoria und ihre Grossmutter Cäcilia wurden vor ihren Augen erschlagen und jetzt war sie an der Reihe. Gruber wollte sein Vorhaben jedoch noch zu Ende bringen.

Gruber stürzte sich auf Cili und diese geriet in Panik. Sie schrie wie am Spiess. Ihr Peiniger nahm das Bandeisen und schlug damit auf den Mund des Kindes, um es zum Schweigen zu bringen. Cilli ergab sich aber nicht und riss sich im Todeskampf die eigenen Haare vom Kopf. Zum Schluss durchtrennte Gruber mit seinem Taschenmesser, das er immer in der Stallhosentasche hatte, die Kehle des Kindes. Der Vergewaltigungsversuch erklärt, warum Cilli halbnackt im Stadel gefunden wurde und die nicht sofortige Tötung des Kindes.

 

Indiz Nr. 8 Das geniale Versteck der Tatwaffe

Nur ein Insider konnte wissen, dass sich da oben über der Küche im Zwischenboden ein genug grosser Hohlraum für die unförmige und mindestens 800 mm lange Reuthaue befand.

 

Kein auswärtiger Täter versteckt mit solch erheblichem Aufwand, hohem Risiko und viel Zeit verbunden, Mordwaffen, die ihm nicht gehören (Reuthaue, Taschenmesser und Bandeisen), in einem ihm fremden Haus, um dann erst die Flucht zu ergreifen.

 

Andreas Gruber vernichtete die Mordwaffe aus folgenden Gründen nicht:

1. Er war zu geizig. Er konnte noch brauchbares Werkzeug unmöglich zerstören oder wegwerfen. 

2. Er war sich zu 100% sicher, dass die Mordwaffen niemand finden würde…

 

Indiz Nr. 9 Die Verletzung von Andreas Gruber

Andreas Gruber starb durch einen Sturz auf den Spitz des schweren Kreuzpickels, welcher am 04.04.1922 im Trog gefunden wurde. Dieser riss Andreas Gruber die Halsschlagader auf und liess ihndadurch innerhalb kürzester Zeit verbluten. Das Fleisch wurde auf der rechten Wangenseite aufgerissen und der Wangenknochen stand heraus.

 

Andreas Gruber's Verletzung unterschied sich massiv von den anderen.

 

Einer, der die Absicht gehabt hätte, Andreas Gruber zu töten, hätte ihn auf die gleiche Art getötet wie die anderen Opfer. Andreas Gruber hatte aber kein einziges Loch im Schädel. Auch hätte ein Auswärtiger bei Andreas Gruber ebenfalls mehrmals zugeschlagen, um ganz sicher zu sein, dass er ihm nicht mehr gefährlich werden konnte. 

 

Abreisskalender Hinterkaifeck
Nachstellung Abreisskalender

Indiz Nr. 10 | Gewohnheiten - Der Abreisskalender

Die Tat wurde laut Kriminalpolizei nachweislich am Abend des 31.03.1922 verübt. Auf dem Abreisskalender in der Hinterkaifecker Küche stand am offiziellen Auffindungstag der Leichen aber der 1. April 1922. Demzufolge musste einer der Familie am 1. April, also einen Tag nach der Tat, noch am Leben gewesen sein.

Die Kalendertage abzureissen war zur damaligen Zeit ein "heiliges" Ritual und eine Gewohnheit, die immer von der gleichen Person, meist dem Oberhaupt der Familie, zelebriert wurde. 

 

Kein auswärtiger Mörder bleibt nach einer solch schrecklichen Tat im Mordhaus, wartet dort den nächsten Tag ab, um dann den Kalender zu aktualisieren: Kein anderer als der Mörder selber hat das Blatt mit dem 31. März vom Abreisskalender gerissen!

 

Indiz Nr. 11 | Der Wachhund

Die Alarmanlage, der Wachhund, liess der Mörder am Leben, da der Hund anscheinend noch gebraucht wurde.

Der Wachhund, ein gelber Spitz, galt in der Nachbarschaft als sehr wachsam. Er hätte jeden Besucher angegeben und dabei laut gebellt. Da aber die Gefahr aus dem eigenen Hause kam, gab es für den Hund keinen Grund, Alarm zu schlagen. 

Ein auswärtiger Mörder hätte den Wachhund getötet, da er durch sein Jaulen und Bellen andere Leute auf sich aufmerksam gemacht hätte.

 

Ein Auswärtiger hätte die Familie niemals zu diesem auffallend schlechten Zeitpunkt überfallen, da um diese Zeit in den umliegenden Höfen noch niemand im Bett war.

 

Indiz Nr. 12 | Der Mörder blieb nach der Tat auf dem Hof

Andreas Griner war gezwungen auf dem Hof zu bleiben, weil er nicht wusste, wohin er fliehen sollte.

Wäre er zu seinen Eltern geflohen, wäre diesen sofort aufgefallen, dass etwas nicht stimmt. Ins Ausland konnte Andreas Gruber auch nicht flüchten, weil er sich dort nicht auskannte. Andreas Gruber war also gezwungen, in Bayern auf seinem Hof Hinterkaifeck auszuharren. Er war in seinem eigenen Haus gefangen. 

 

Der Mörder versorgte nachweislich die Tiere. 

 

Der Mörder, Andreas Gruber, schlief nach der Tat nicht in seinem Bett, sondern oben auf dem Heuboden und hinterliess dabei Heukuhlen. Der Mörder entfernte die Dachziegel, um Ausschau nach der Polizei zu halten. Ebenfalls legte der Mörder einen Heuteppich aus, um seine Schritte zu dämpfen, damit ihn niemand hörte, falls die Polizei in sein Haus eindringen sollte.

 

Der Mörder befestigte Seile an verschiedenen Balken, um sich schnell auf den Boden hinablassen zu können, sollte jemand ins Haus oder den Stadel eindringen. Der Mörder verrichtete sogar auf dem Heuboden seine Notdurft, weil er seinen Posten (Ausguck) nicht verlassen wollte. In der Nähe des Ausgucks wurden Reste von Schwarten gefunden. Andreas Gruber bevorzugte das gute Rauchfleisch, da er ahnte, dass er für lange Zeit kein Rauchfleisch mehr bekommen würde.

 

Kein Auswärtiger Täter würde Seile anbringen, Ziegel aus dem Dach entfernen, seine Notdurft auf dem Heuboden verrichten und warten bis die Polizei kommt, um dann erst die Flucht zu ergreifen.

 

Die Kriminalpolizei ging damals davon aus, dass die Fluchtseile, die entfernten Ziegel etc. bereits vor der Tatnacht angebracht wurden. Das ist aber nicht möglich, da Andreas Gruber in der Nacht vom 30.03.1922 auf den 31.03.1922, das Wohnhaus, den Stall und den Heuboden gründlich durchsuchte, da er Gesindel vermutete. Dabei konnte er nichts Auffälliges feststellen.

Die zwei festgebundenen Fluchtseile, den menschlichen Kot, die fehlenden Ziegel im Dach, das halbierte Rauchfleischstück, die Heukuhlen und der Heuteppich, all dies kam also erst nach der Mordnacht auf den Heuboden. Fremde hätten sich auf dem Heuboden oben gar nicht verstecken können, da es da oben weder einen Raum noch eine Brandmauer gab. Der obere Stock war ein einziger grosser Raum, wo man von einer Seite frei zur anderen hinüberblicken konnte.

 

Indiz Nr. 13 Gold und Silbergeld wurden nicht gestohlen

Die Kriminalpolizei ging damals von einem sechsfachen Raubmord aus. Grosse Mengen an Gold- und Silbergeld (ca. 100'000 RM) wurden aber zurückgelassen.

 

Der Täter versteckte lieber mit grossem Aufwand seine Tatwaffen, anstatt nach dem vielen Geld zu suchen…

 

Der Mörder, der die Reuthaue oben im Fehlboden versteckte, kannte das Haus in- und auswendig. Warum also stahl er nicht das viele Geld, das im unverschlossenen Kleiderschrank in Viktorias Zimmer lag? Weil er es nicht auf das Geld abgesehen hatte, sondern auf Cilli.

 

Indiz Nr. 14 | Der Backofen (Waschhaus)

Der Mörder von Hinterkaifeck verbrannte die blutigen Kleider von Cäcilia und Cilli im Backofen und reinigte seine eigenen mit heissem Wasser. Dabei nahm er den Hund mit und band ihn an das Backhaus, damit der Hund ihn vor Nachbarn oder der Polizei warnen konnte.

Kein Auswärtiger wäre so leichtsinnig und würde sich nach dieser grausamen Tat die Mühe machen, die blutigen Kleider im Backofen draussen zu verbrennen.

Der Backofen stand nahe der Feldstrasse, an welchem manchmal Leute vorbei gingen (wie zum Beispiel Michael Plöckl). Somit wäre das Risiko viel zu gross gewesen, durch den Rauch und den beissenden Gestank entdeckt zu werden. Auch wäre der Aufwand bei dieser Kälte zu gross gewesen.  

 

Gemäss Zeugenaussage von Michael Plöckl stank die Luft am Abend des 01.04.1922 nach verbrannten Lumpen.

 

Der Backofen wurde in der Regel immer am gleichen Tag, einmal in der Woche, und zur gleichen Stunde (frühmorgens und nicht spätabends) angefeuert und nur zum Brotbacken, wie auch zum Aufwärmen des Wassers genutzt.

 

Indiz Nr. 15 | Spuren beseitigen - Abdeckung der Leichen

Der Mörder bedeckte die Leichen mit Heu und einer Tür, damit er sie nicht mehr ansehen musste.

Er versuchte, die Leichen unmittelbar daneben zu verscharren. Dies wurde ihm aber erschwert, da der Boden gefroren war.

 

Wortwörtliche Aussage von Lorenz Schlittenbauer an den Lehrer Üblagger: "Er grub ein schaufeltiefes Loch aber er kam nicht weit, weil der Boden gefroren war." Mit "er" meinte Lorenz Schlittenbauer Andreas Gruber, denn Schlittenbauer wusste genau, von wem er sprach.

 

Indiz Nr. 16 | Gruber Andreas war als Nachfolger auf dem elterlichen Hof nicht erwünscht

Die Eltern überschrieben ihren Hof nicht ihrem ältesten Sohn Andreas, sondern übergaben ihn dem um drei Jahre jüngeren Bruder Michael Gruber. Wahrscheinlicher Grund: Andreas Gruber konnte mit Mensch und Tier nicht umgehen.

 

Indiz Nr. 17 | Die Tatwaffe Taschenmesser war von Andreas Gruber

Das Taschenmesser war ein Werkzeug, das Gruber immer bei sich trug. Immer musste damit etwas geschnitten werden, wie Brotzeit auf dem Feld, Schnüre etc. Das Messer blieb auch über Nacht in der Hosentasche.

Wie sollte also ein Auswärtiger an das Messer rankommen? Die Hose mit dem Messer darin hing in Andreas Grubers Schlafzimmer.

 

Indiz Nr. 18 | Andreas Gruber trug am Auffindungstag seine Schlafsachen

Gruber hatte am Auffindungstag seine Schlafsachen an. Hätte er in seinem Schlafzimmer etwas Verdächtiges gehört, hätte er sich angezogen. Denn Gruber musste zwangsläufig durch die Küche gehen um in den Stall zu gelangen, in welcher sich aber die neue Magd aufhalten könnte.

Dass Gruber in Unterhosen bei Schnee aussenherum in den Stadel ging, kann ausgeschlossen werden.

Andreas Gruber lief einen Tag, nachdem er alle erschlagen hatte, in Schlafsachen herum, weil er die Blutspritzer aus seinem einzigen Stallkleid waschen musste (siehe Indiz Nr. 14).

Er hängte die feuchten Stallkleider in der Wohnstube zum Trocknen auf und verschanzte sich dann auf dem Heuboden.

 

Indiz Nr. 19 | Übertötung

Der Mörder schlug bei Viktoria 9 Mal zu und bei seiner Frau Cäcilia 8 Mal. Dies bedeutet, dass eine „Übertötung“ stattfand. Andreas Gruber konnte es nicht verkraften, dass seine Tochter ihn verlassen wollte. Er liess an ihr und den anderen seinen Hass, seinen Frust, und seine Wut aus.

 

Die hier genannten Indizien bilden nur einen Teil des Gesamtbildes. Die vollständigen Zusammenhänge werden im Sachbuch „Der Gruber war’s aufgeführt.